• Der Weingarten
  • Die Lese ist nur der letzte Akt ...

Die bei uns angebauten Trauben werden von Hand gelesen und auf kleinen Wagen mit einem Fassungsvermögen von etwa 600 kg in ungefähr 10 bis 15 Minuten nach ihrem Schnitt in den Weinkeller transportiert, wo sie sofort weiterverarbeitet werden.

Die Lese der weißen Trauben - Chardonnay, Inzolia, Catarratto und Grillo - beginnt morgens um sechs Uhr bei einer Temperatur von etwa 17 °C. Die Trauben werden in einer Höhe zwischen 220 und 400 Metern über dem Meeresspiegel unter normalen Umgebungsbedingungen angebaut und erfahren zwischen Tag und Nacht Temperaturunterschiede von 10 - 15 °C.

Die weißen Trauben werden entrappt und gelangen anschließend durch eine Förderschnecke mit nachgeschalteter Fallstrom-Traubenpumpe und über einen Wärmetauscher, der die Temperatur schließlich um weitere 10 - 15 °C absenkt, in eine Presse, wo sie sanft angeprescht werden.

Der Most wird sofort gekühlt - wobei er auch gleich spontan dekantiert. Nach etwa zwei Tagen wird der klare Teil in Betonbecken gepumpt, wo die kontrollierte Fermentierung stattfindet. Rote Trauben werden ebenfalls sofort verarbeitet: Sie werden entrappt und anschließend, mit derselben Pumpe zur Mazeration in entsprechende Fermenter gefördert. Die Mazeration auf den Schalen dauert je nach Traubensorte - Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Nero d'Avola - unterschiedlich lange.

Nach Abschluss der Mazerationsphase mit den Schalen werden die Trauben in einer Vaslin Presse gepresst und der Most wird vor der anschließenden Pressung abgeschieden; danach geht es in die Betonbecken, in denen die malolaktische Gärung stattfindet; an dieser Stelle wird ein Teil des Produkts zur Reifung in kleine Eichenfässer (225 l) abgefüllt und ein anderer Teil reift direkt in den Betonbecken.

Sobald der Wein reif ist, wird er in Flaschen abgefüllt und im Betrieb in einem Bertolaso Monoblock, einer Kapselmaschine und einer Etikettiermaschine von Cavagnino & Gatti konfektioniert.

Die Weinlese bildet lediglich den Abschluss eines Prozesses, der in einem Weingarten das ganze Jahr andauert.

Beginnen wir der Einfachheit halber im Winter, einer Zwischen-Jahreszeit, in der alles auf die zukünftige Ernte ausgerichtet ist. Der Winter ist die Jahreszeit, in der zwei wichtige Dinge geschehen: Der einige Monate zuvor hergestellte Wein wird auf Flaschen gezogen und es erfolgt der Rebschnitt am Stock. Im Winter wünscht man sich Regen: Regen garantiert Ruhe, da es für den Boden wichtig ist, dass ein natürliches Wasserreservoir entsteht, auf das zurückgegriffen werden kann, wenn die Sonne hoch am Himmel steht und es heiß ist.

Dann kommt der Frühling. Mitte März fangen die Reben an zu sprießen, und es ist schon phantastisch zu sehen, wie die jungen Blätter sich im Licht zu öffnen beginnen. Die Pflanzensäfte verändern sich, die Temperaturen, die Farben des Bodens, der nach der Trägheit des Winters wieder auflebt. Im April werden aus den Blättchen richtige Blätter. Der Boden hat nun seine Farbe verändert, alles ist grün, wobei die Zeilen dazwischen lange tiefbraune Streifen bilden. Das Braun ist eine Farbe, die für Kraft und Leidenschaft steht; es zeigt die Seele eines Weinbergs, dem es gut geht.

Der unregelmäßige, doch immer gern gesehene Frühlingsregen kann einer Bewässerung im Sommer vorbeugen; er kann jedoch, wenn unvermittelt einige Tage der Schirokko Wind aus dem Süden herrscht, einige Kinderkrankheiten für den Wein mit sich bringen. Der Mai ist praktisch der Beginn des Sommers und der Monat, in dem man im Kopf mit der Weinlese beginnt. Man beginnt, an die Produktion und die Weine zu denken, auch wenn wir uns immer bewusst sind, dass nur die Zeit erweist, ob eine Lese gut war oder nicht. Wir helfen in der Blütezeit, unterstützen die Verwandlung der Blüten in kleine Beeren, und denken schon daran, wann die reifen Beeren wohl gelesen werden könnten.

Und dann ist der Sommer da, der erst mit der letzten Fuhre Weintrauben enden wird. Im Sommer spricht man mit den Trauben, mit den Blättern, mit der Sonne. Man läuft durch die Zeilen und man redet mit ihnen. Vierzig Tage vor der ersten Lese müssen die überflüssigen Trauben Platz machen; dies ist immer eine schwierige Entscheidung, aber wenn man schöne und gehaltvolle Beeren haben möchte, gibt es keine andere Wahl. Man kontrolliert den Stocks, der nach und nach sein Wachstum zugunsten der Reifung der Trauben verlangsamt. Dies ist der Moment, sich einen Überblick zu verschaffen, zu Fuß durch die Zeilen zu wandern, um alles zu kontrollieren, zu probieren, genau zu betrachten.

Nach vielen Tagen des Kontrollierens, Probierens und Beobachtens kommt auf einmal der Tag, an dem zum ersten Mal Trauben in den Weinkeller gelangen: Die Lese hat begonnen. Man wiegt die Beeren, zählt sie an den Musterpflanzen, und prüft insgesamt, ob die Arbeit im Weinberg gut erledigt wurde.

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